Janis Schmelzer, Devisen für den Endsieg. Görings Geschäftsgruppe
Devisen, die Schweiz und die deutsche Wirtschaft,
Schmetterling Verlag GmbH Stuttgart 2003.
184 Seiten, Broschiert, 13,80 EUR/25,00 sFr, ISBN 3-89657-463-9


Eine aufwendige Spurensuche in zahlreichen in- und ausländischen Archiven, darunter in Russland, Lichtenstein und der Schweiz, nach den Quellen und Methoden der deutschen Kriegsfinanzierung führte den Autor zu ihrer Zentrale, zur Göringschen „Geschäftsgruppe Devisen“. Diese wegen ihrer Machtvollkommenheit unkontrollierbare, von anderen Staatsorganen streng abgeschirmte Stelle, verfügte in Vorbereitung und Durchführung des Zweiten Weltkrieges über beträchtliche Geheimfonds. Sie betrieb umfangreiche, bedeutende Geschäfte in Edelmetallen, namentlich in Gold sowie in Diamanten und Wertpapieren. Janis Schmelzer verfolgt die illegalen Wege zur Devisenbeschaffung aus dem Ausland sowie die Methoden zur Erlangung der Devisen durch Fälschung, Erpressung, Zwang und Raub. Besonderes Augenmerk legt der Autor auf den Nachweis eines Komplotts zwischen der Göringschen Zentralstelle und namhaften Industrieunternehmen, wie der IG Farbenindustrie AG und der Firma Otto Wolff( Inhaber seit 1940 Otto Wolff von Amerongen). Dank der vielfältigen internationalen Verbindungen der deutschen Großwirtschaft konnten Görings Devisenbeschaffer die Schweiz als Drehscheibe für ihre Geschäfte nutzen. Ein umfangreicher Anhang mit 26 Kurzbiographien der damaligen Hauptakteure und sechs faksimilierten Archivdokumente beschließen die wertvolle Arbeit des Berliner Historikers und exzellenten Kenners der Geschichte deutscher Großunternehmen.
(Eine ausführliche Besprechung erfolgt demnächst auf diesen Seiten)

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