1 Deshalb werden sich zukünftige Debatten nicht zuletzt um die perspektivische Einordnung und Bewertung bestimmter Befehle oder des Verhaltens von Generalen, von Offizieren und Soldaten drehen. Ein Zeichen für diese Entwicklung ist die wachsende Zahl biographischer Studien. Mit Ulrich Herberts Studie über Werner Best und Ian Kershaws Werk zu Hitler wandelte sich die in der deutschen Geschichtswissenschaft bestehende Abneigung gegen den biographischen Zugriff spürbar. Vgl. jetzt Johannes Hürter: Hitlers Heerführer. Die deutschen Oberbefehlshaber im Krieg gegen die Sowjetunion 1941/42, München 2006. In Vorbereitung ist eine Studie über Generalfeldmarschall von Reichenau von Timm C. Richter (Münster) und eine Arbeit zu den Befehlshebern der rückwärtigen Heeresgebiete von Jörn Hasenclever, Frankfurt am Main.

2 Richard J. Evans, Introduction, in: Journal of Contemporary History, Vol. 39 (2004), S. 163.

3 Vgl. Verbrechen der Wehrmacht. Bilanz einer Debatte, hrsg. v. Christian Hartmann u.a., München 2005

4 Vgl. Hermann Graml, Massenmord und Militäropposition. Zur jüngsten Diskussion über den Widerstand im Stab der Heeresgruppe Mitte, in: VfZ 1 (2006), S. 1-24 und Johannes Hürter/Felix Römer: Alte und neue Geschichtsbilder von Widerstand und Ostkrieg. Zu Hermann Gramls Beitrag „Massenmord und Militäropposition“, in: VfZ 2 (2006), S. 301-322.

5 Carl von Clausewitz: Vom Kriege, 3. Aufl., Frankfurt am Main 1991, S. 21.

6 WiStabOst, Chef, Vierzehntagebericht, 26.7.1941. National Archives, Record Group T 77-1086.

7 Hellmuth Stieff: Briefe. Hrsg. und eingeleitet von Horst Mühleisen, Berlin 1991, S. 135.

8 Reinhard Kaiser, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 12.12.2004, Nr. 50, „Verbieten verboten. Darf man Hitler, Bush, Holocaust und stalinistischen Terror miteinander vergleichen? Man muß. Um die Unterschiede zu erkennen“, S. 15.